Jasmin Sonderegger, Erfahrungsexpertin (suchtbelastete Familie, Kinderheim), Protagonistin Dokumentationsfilm Löwenzahnkind
Wieviel „Kind“ passt in eine Akte?
Zwischen Fachlichkeit und echter Begegnung
Jasmin wuchs in einer suchtbelasteten Familie auf und kam mit sechs Jahren in ein Kinderheim. Oft hatte ich das Gefühl, mehr Akte als Kind zu sein – Ziele, Berichte und Standortgespräche bestimmten meinen Alltag. Erst mit sechzehn durfte ich zum ersten Mal eine wirklich schöne Begegnung mit einer Fachperson erleben. Ihre Einträge waren so wertschätzend, dass ich mich gesehen und motiviert fühlte.
Sharon wuchs ebenfalls in einer suchtbelasteten Familie auf, kam jedoch im Kindesalter nie in eine Institution, obwohl eine Beiständin im Hintergrund war. Als primäre Bezugsperson ihres jüngeren Bruders hat sie die Erfahrung gemacht, dass die sozialen Ressourcen der Kinder, von den Institutionen oft ausser Acht gelassen werden, die Kinder wenig in Entscheidungen miteinbezogen werden – und welche Folgen das haben kann.
In diesem Workshop nehmen wir die Teilnehmenden mit auf unsere biografischen Wege durch Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter. Anhand persönlicher Fallbeispiele erzählen wir von positiven wie auch belastenden Erfahrungen mit Fachpersonen, Institutionen und Behörden. Gemeinsam betrachten wir Fallbeispiele, tauschen uns aus und reflektieren:
Was braucht es, damit Betroffene sich wahrgenommen und nicht verwaltet fühlen?
Leitung:
Jasmin Sonderegger, Erfahrungsexpertin (suchtbelastete Familie, Kinderheim),
Protagonistin des Dokumentarfilms Löwenzahnkind
Sharon Anderegg, Erfahrungsexpertin (suchtbelastete Familie, ehemalige Suchtbetroffene ), Sozialpädagogin

