Transgenerationale Weitergabe – und was hat das alles mit mir zu tun?
Die Geschichte eines Menschen ist immer auch eine Geschichte der ihn umgebenden
gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Soziale Ungleichheiten lassen sich als Verhältnisse
beschreiben, in denen materielle und immaterielle Ressourcen ungleich verteilt sind. Sie
existieren nicht einfach, sondern werden im Alltag strukturell (re)produziert, verstärkt und
verändert.
Gemeinsam stellen wir uns die Frage nach unserer sozialen Herkunft: Woher komme ich?
Welches Erbe trage ich in mir und welche Prägungen gebe ich an mein Umfeld weiter? Mit
experimentellen und künstlerischen Methoden nähern wir uns diesen Themen an und
versuchen, unsere Scham und Glaubenssätze zu hinterfragen.
Marcel Meury aka Mars Alive (er/ihm) verfolgt eine transdisziplinäre künstlerische Praxis,
die in einem sozioökonomischen Interesse verankert ist. Aufgewachsen in prekären
Verhältnissen in der Agglomeration Zürich, in Dübendorf, lebt er heute als Künstler,
Fotograf, Ko-Forscher und Vater eines Kindes (2013*) in Basel und Zürich. Seine
künstlerische Praxis (Social Practice) beschäftigt sich mit Fragen zeitgenössischer
Lebensbedingungen. Dabei spielt sein Erfahrungswissen, seine eigene Biographie – in der
Gegenwart, in der Vergangenheit und in möglichen Zukünften – in denen er lebt, teilt und
arbeitet, eine integrale Rolle.
Seine Arbeitsweise hat sich im Laufe der Jahre zunehmend von einer Atelier- und
Ausstellungspraxis zu einer künstlerischen Alltagspraxis entwickelt. Im Zentrum steht die
Auseinandersetzung mit den Schwerpunkten: Kunst und Klasse, soziale Gerechtigkeit und
transgenerationale Weitergabe. Ziel ist es, biografisches Erfahrungswissen und
persönliche Lebenswelten in kollektives Wissen umzuwandeln um soziale Veränderungen
anzustossen und damit einen Beitrag zur Stärkung von Vielfalt und Demokratie zu leisten.

